Die Zentrale
Hier behalten wir das Große Ganze im Blick.
Zwischen Flipcharts und Forschungstafeln spannt sich unser roter Faden: Hier erfährst du mehr über unsere Idee, unsere Motivation und die Arbeitsweise, die unsere Formate prägt. Du lernst auch die Menschen des Zentrums kennen, die mit jeweils eigenen Schwerpunkten gemeinsam Räume für wünschenswerte Zukünfte gestalten.

Wer wir sind
Hier erfährst du mehr über unser Kollektiv und unsere Perspektiven, die wir ins Zentrum einbringen.
Begleiter:innen für gesellschaftlichen Wandel
Das Zentrum für zukünftige Realitäten ist ein Kollektiv, das mit kreativen und spielerischen Vermittlungsformaten gesellschaftlichen Wandel begleitet. Wir inszenieren Gesprächsräume, gestalten Workshops und bauen Spielfelder, um Menschen in Austausch über die Zukunft zu bringen. Denn als Gesellschaft brauchen wir kollektive Bilder und Erzählungen darüber, wie ein wünschenswertes Zusammenleben in Zukunft aussehen kann, damit eine zukunftsfähige Entwicklung überhaupt möglich wird. Wir gestalten Räume, in denen solche Bilder und Erzählungen entstehen können. In der Gestaltung unserer Formate vereinen wir unsere Perspektiven als Künstler:innen, Vermittler:innen und Beteiligungs-Architekt:innen.
Künstler:innen
Wir nutzen unsere Erfahrung in Theater, Performance und Inszenierung, um Visionen von gesellschaftlichem Wandel erfahrbar zu machen. Mit künstlerischen Mitteln übersetzen wir abstrakte Themen und Diskussionen in konkrete Geschichten, Bilder und fiktive Räume, die inspirieren, irritieren und dazu einladen, sich eine andere Welt vorzustellen.
Vermittler:innen
Wir fragen: Wie können möglichst viele Menschen an der Gestaltung wünschenswerter Zukünfte teilhaben? Wie schaffen wir Zugänge, Einladungen und Möglichkeiten, um eigene Ideen einzubringen? Und wie lassen sich komplexe gesellschaftliche Dynamiken und Wechselwirkungen in leicht verständliche Formen und Erfahrungen übersetzen?
Beteiligungs-Architekt:innen
Wir inszenieren Spielfelder im Alltag, in denen wir neu und anders handeln können und schaffen so Handlungsräume für die Gestaltung von wünschenswerten Zukünften. Wichtig ist uns, Räume für Beteiligung zu gestalten, in denen Menschen ihre Ideen entfalten können, Selbstwirksamkeit erfahren und gesellschaftlichen Wandel vor Ort mitgestalten können.
Im Backstage des Zentrums:
Wir, das sind bisher Rebecca und Christian. Die Idee für das Zentrum entstand 2024 aus dem Wunsch, mit unseren künstlerischen Perspektiven außerhalb von Theaterbühnen aktiv zu werden. Wir wohnen in Dresden und Braunschweig, arbeiten digital und kommen regelmäßig für Projekte im gesamten deutschsprachigen Raum zusammen.
Wir möchten zu einem Kollektiv wachsen, in dem ganz unterschiedliche Menschen an verschiedenen Orten Projekte realisieren und so dazu beitragen, dass in der Gesellschaft mehr Räume entstehen, in denen kollektive Bilder von Zukunft wachsen können.

Rebecca
(sie/ihr)
Rebecca ist Möglichmacherin für persönliche und gesellschaftliche Entwicklung und schwebt als Struktureule mit offenen Ohren durch andere Welten. Ihr Motto: Wir spielen alle Theater, vor allem im Alltag. Das hat sie dazu gebracht, das Leben aus spielerischer Perspektive als stetig veränderbar wahrzunehmen und ein Auge für diese Prozesse zu entwickeln. Rebecca sucht die Schönheit in den Dingen, möchte Menschen berühren und Verantwortung leben.
Spezialgebiete:

Christian
(er/ihm)
Christian ist Architekt für Erfahrungsräume und detailverliebter Taucher durch fiktive Welten. Er hat Kulturvermittlung studiert und interessiert sich für fast alle Themen, wenn er passende Übersetzungen, Bilder und Spielmechaniken dafür findet. Er sucht die Risse im Alltag und weitet sie, um anderen Menschen in andere Realitäten einzuladen. So geht er fragend durch die Welt und sieht seine Aufgabe darin, einzuladen, zu übersetzen und zugänglich zu machen.
Spezialgebiete:

Was wir wollen
Hier erfährst du, welche Ziele wir als Zentrum für zukünftige Realitäten haben und was wir beitragen wollen.

Räume für den Austausch über Zukunft schaffen
Während es mit Museen, Gedenkstätten und Archiven viele Räume gibt, die unser kollektives Gedächtnis von Vergangenheit prägen, fehlen Räume, in denen wir kollektive Bilder von Zukunft entwickeln und miteinander verhandeln. Diese gestalten wir in Nachbarschaften, Institutionen, auf Festivals und mitten im Alltag der Menschen.
Vorstellungskraft entfalten und trainieren
Wir können nur das gestalten, was wir uns auch vorstellen können. Deshalb trainieren wir gemeinsam unsere Vorstellungskraft, um neue Zukunftsbilder zu entwickeln. Unsere Formate schaffen einen Raum, in denen wir unser Denken vom Alltag ablösen können, Risiken eingehen und unrealistische Vorschläge machen dürfen und immer wieder neue Dinge ausprobieren.


Zukünftige Realitäten zeitweise vorwegnehmen
Zukunft beginnt im Hier und Jetzt. Sie ist immer schon da, sobald wir uns gemeinsam darauf einlassen, neu und anders zu handeln als bisher. Deshalb verwandeln wir Alltagsorte zeitweise in neue Realitäten, um erfahrbar zu machen, wie ein anderes Zusammenleben sich anfühlt. So wird die Zukunft zeitweise zur Realität, und damit ein Stück weit schon Gegenwart.

Warum wir das tun
Hier erfährst du, warum wir das Zentrum gegründet haben und was für uns im Begleiten von gesellschaftlichem Wandel wichtig ist.
Alte Geschichten loslassen.
Das Leben befindet sich ständig im Wandel. Globale Entwicklungen bringen tiefgreifende und unumkehrbare Veränderungen mit sich und viele der bisherigen Vorstellungen darüber, wie wir zusammenleben, funktionieren nicht mehr wie bisher. Wir brauchen neue Strukturen, Vereinbarungen und Spielregeln, um auch in einer sich verändernden Welt gut leben zu können, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und unsere Lebensgrundlagen zu bewahren. Eine alte Erzählung geht zu Ende – wir alle spüren das auf die eine oder andere Weise.
„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“
– Antoine de Saint-Exupéry
„Lass die Tür offen für das Unbekannte. Von dort kommen die wichtigsten Dinge her.“
– Rebecca Solnit
Das Unbekannte erproben.
Um zu einer neuen Erzählung über die Zukunft zu kommen, müssen wir unsere Vorstellungskraft für ein gutes Zusammenleben in der Zukunft entfalten. Denn nur was wir uns vorstellen können, können wir auch gestalten. Zukunft ist daher immer auch eine Frage der Vorstellungskraft. Es braucht Mut, neue Visionen zu entwickeln, Dinge auszuprobieren, Unsicherheiten auszuhalten und immer wieder mit Ideen zu scheitern. Und es braucht das Vertrauen, dass wir aufgefangen werden, auch wenn wir scheitern.
In die Zukunft verlieben.
Das Zentrum für zukünftige Realitäten schafft Räume, in denen genau das möglich wird. Im Erproben, Spüren und Erfahren kann sich die Angst vor Veränderung in einen Wunsch nach Veränderung verwandeln. Dann können wir uns gemeinsam vorstellen und erträumen, wie die Zukunft sein soll. Dann entsteht eine neue Erzählung. Damit wir uns nicht mehr fragen: Wie wird die Zukunft sein? Sondern: Wie möchten wir die Zukunft gestalten?
„Die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Wir haben die Wahl: Wir können uns vor ihr fürchten – oder uns in sie verlieben.“
– Rob Hopkins

Wie wir arbeiten
Unsere Formate sind Einladungen zum kollektiven Entwickeln und Erproben wünschenswerter Zukünfte. Im Folgenden beschreiben wir, was unsere Formate ausmacht.
Partizipativ
Wir verstehen uns als Gastgeber:innen und Impulsgeber:innen. Wir gestalten Formate, die einen Rahmen und eine Struktur bieten, Möglichkeiten der Interaktion vorschlagen und Spielregeln etablieren. Wir präsentieren keine fertigen Ideen für eine bessere Welt, sondern gestalten Räume, in denen Menschen selbst aktiv werden. Inspiriert von der Spieldesignerin und Zukunftsforscherin Jane McGonigal sehen wir uns als Partizipations-Architekt:innen: Wir bauen Räume, die Möglichkeiten der Beteiligung schaffen.
Künstlerisch
Unsere künstlerische Herangehensweise ermöglicht einen besonderen Zugang: Beteiligungsmöglichkeiten lassen sich in Figuren, Rollen und Spielregeln übersetzen, abstrakte Zukunftsbilder in konkrete Geschichten verwandeln und gesellschaftliche Herausforderungen als Eigenheiten einer fiktiven Welt greifbar machen. So ermöglichen wir über das gedankliche Entwickeln hinaus, mit all diesen Aspekten in Kontakt zu treten, zu handeln und Dinge auszuprobieren.
Erfahrungsbasiert
Im Erproben in einem geschützen Rahmen entsteht ein erfahrungsbasierter und performativer Zugang zu sonst oft abstrakt bleibenden Zukunftsentwürfen. Die Beteiligten machen eine neue Erfahrung, indem sie gemeinsam neu und anders handeln. Sie erfahren im eigenen Handeln eine temporäre neue Realität. Und wenn Menschen erfahren haben, was möglich ist, werden sie nicht mehr anzweifeln, dass diese temporäre Realität auch eine zukünftige Realität werden kann.
Unsere Abläufe beim Erproben wünschenswerter Zukünfte
Wenn wir unsere Formate entwickeln, knüpfen wir an die etablierte Methode der Zukunftswerkstatt an und erweitern sie um künstlerische und performative Formen, um Zukunft nicht nur zu gedanklich zu entwickeln, sondern auch gemeinsam zu erproben und zeitweise vorwegzunehmen. Hier findest du eine Beschreibung der Phasen, in die unsere Formate eingebettet. Unter den Absätzen findest du jeweils Links zu Hintergrundwissen in der Bibliothek:

1. Entwicklung vielfältiger Zukunftsbilder
In einem ersten Schritt laden wir Menschen ein, ins Gespräch miteinander zu kommen und zunächst gedanklich vielfältige Bilder einer wünschenswerten Zukunft zu entwickeln. Durch neue räumliche Anordnungen, kreative Methoden und spielerische Materialien entsteht ein Raum, in dem wir unsere Vorstellungskraft entfalten und unser Denken vom Alltag ablösen. Hier entwickeln wir Geschichten, Bilder und Ideen für wünschenswerte Zukünfte – ähnlich der Kritik- und Utopiephase klassischer Zukunftswerkstätten.
2. Übersetzung in künstlerisch gestaltete Erfahrungsräume
Im zweiten Schritt übersetzen wir die bisher nur durchdachten Zukunftsbilder mit künstlerischen Mitteln in konkrete Räume, Objekte und Handlungsmöglichkeiten. Wir betten sie in eine Fiktion ein und erschaffen eine Welt, die man sehen, anfassen und betreten kann. Hier werden Herausforderungen, Widersprüche und offene Fragen Teil des Erlebens und beispielsweise als Rätsel oder Missionen zugänglich, die es zu lösen gilt. Gestaltete Materialien können im Ausprobieren Impulse geben und machen die bisher nur gedanklich existierenden Zukünfte im wörtlichen Sinne ‚fassbar‘. So entsteht ein sinnlich erfahrbarer Zugang zu den entwickelten Zukünften. Diese Form der Übersetzung ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Sie erweitert die Zukunftswerkstatt um eine erfahrungsbasierte und performative Ebene. Diese Methoden vermitteln wir auch in unseren Workshops.


3. Erproben einer temporären zukünftigen Realität
Im dritten Schritt laden wir zum Erproben der zukünftigen Realität ein. Dafür nutzen wir das Format des Preenactments: Für einen klar definierten Zeitraum treten andere Regeln in Kraft. Das Preenactment eröffnet einen geschützten Experimentierraum, in dem die entwickelten Visionen getestet, verworfen, erweitert und mit neuen Rollen durchgespielt werden können. Diese Form der künstlerischen Forschung erlaubt Erfahrungen jenseits des Bekannten. Erst im Handeln, im Ausprobieren, im Scheitern entstehen Erkenntnisse, die allein durch Diskussionen oder Analysen nicht zugänglich wären. Preenactments ermöglichen, was klassische Zukunftswerkstätten nicht leisten können: ein aktives, körperlich-emotionales Erproben einer wünschenswerten Zukunft – mit allen Widersprüchen, Herausforderungen und Überraschungen.
4. Reflexion & Sammlung von Zukunftswissen
Zum Abschluss werden die Erfahrungen reflektiert, ausgewertet und dokumentiert. In Texten, Bildern und Erfahrungsberichten entsteht Wissen über die erlebte Zukunft. Gemeinsam analysieren wir, welche Handlungen sich in den Alltag übertragen lassen und was sich durch das Preenactment bereits verändert hat. Die Erkenntnisse werden von uns als kollektives Wissen über die Zukunft gesammelt und für alle Menschen zur Verfügung gestellt. Dieses Wissen kann als Ausgangspunkt dienen, um den Prozess erneut zu starten. So wird kollektives Lernen über die Zukunft möglich.


Hier kannst du weiter in die Bibliothek gehen und Hintergrundwissen bekommen:




